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Rauch für die Kanzlerin


"Was der Mensch zum Leben braucht - ist ein Schornstein der raucht !"

Anläßlich des 125 jährigen Bestehens der Leipziger Baumwollspinnerei wurde die Firma Becker mit der Erzeugung eines symbolischen "Kanzler- Rauchs" beauftragt.


Ganz kurzes Video



Denkmalschutz




Artikel aus der
Leipziger Volkszeitung
vom 22.06.2009:


Hier raucht’s

Angela Merkel eröffnet das Fest zum 125. Spinnerei-Geburtstag, und Tausende kommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel kam zur Eröffnung, 6000 bis 8000 weitere Besucher, so schätzten gestern die Veranstalter, feierten am Wochenende mit: 125 Jahre Leipziger Baumwollspinnerei, die Umwandlung eines ehemaligen Industrieareals zum Kreativzentrum.
VON JÜRGEN KLEINDIENST
Für den amerikanischen Präsidenten wurden unlängst Autobahnen gesperrt. Wenn Angela Merkel kommt, geht in der Spinnereistraße für ein paar Stunden nichts mehr. In der Nummer 7, was in Wirklichkeit ja eine ganze Fabrikstadt ist, eröffnete sie am Sonnabend das Fest zum 125. Geburtstag. Für die Inszenierung „Bundeskanzlerin besucht blühende Kulturlandschaft“ hat man am Vormittag zwischen den ziegelig-schroffen Hallen eine Rednertribüne errichtet, Fotografen und TV-Teams aus ganz Deutschland drängen sich zwischen Absperrgittern. Journalismus in der Legebatterie. Nur ein Fernsehsender darf Merkel auf allen Stationen begleiten. So ist das nun mal, im Tennisspiel zwischen Politik und Medien.
Die Bundeskanzlerin gibt sich unter schönwetterbewölktem Himmel staatstragend: „Hier ist viel deutsche Geschichte zu ermessen.“ So leitet sie einen historischen Exkurs über die einst größte Baumwollspinnerei auf dem europäischen Festland ein, in dem sie auch die „traurigen Kapitel“, wie die Produktion von Granaten im Zweiten Weltkrieg und die Beschäftigung von Zwangsarbeitern nicht ausspart. Plötzlich tönt die Gegenwart dazwischen. „Guten Tag, Frau Merkel. Wir haben hier zurzeit Bildungsstreik …“, teilt eine männliche Megafonstimme mit. Dazu übergibt eine Studentin Unterlagen. Die Kanzlerin lässt sich davon nicht aus der Kurve werfen: „Pass mal auf, wir machen jetzt eine Art friedlicher Koexistenz: Jetzt spreche ich – und dann lese ich.“
Erst einmal lobt sie also den Kunstort Leipzig im Besonderen sowie die Kreativwirtschaft im Allgemeinen: „In Deutschland wird dort jeder vierzigste Euro verdient.“ Der Wert sei in Sachsen sogar dreimal so hoch. „Wir brauchen Sie. Wir sind stolz auf Sie“, ruft sie den Spinnerei-Bewohnern zu und drückt gemeinsam mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Spinnerei-Geschäftsführer Bertram Schultze auf einen Knopf. 50 Meter weiter oben quillt es aus dem Schornstein. Ja, hier raucht’s, hier wird gearbeitet. So viel Symbolik darf sein.
Zum Lesen kommt die Bundeskanzlerin auch in der nächsten Stunde nicht. Anders als Amtsvorgänger Schröder gilt sie nicht unbedingt als Kunstfan. In der Spinnerei, wo sie die Galerie „Eigen+Art“ und das von Wednesday Farris geleitete Nachwuchs-Projekt „Kreative Spinner“ in Halle 14 besucht, kommt sie zwischendurch auch in die Werkschau (siehe Text unten). Unterhält sich mit Neo Rauch, Michael Triegel, Christiane Baumgartner oder Ricarda Roggan. Technische Präzision mit philosophischer Hintertür bekommt die Kanzlerin bei Julius Popp geboten. Er hat weiße, von Computertechnik im Inneren gesteuerte Glasfaser-Objekte so eingestellt, dass sie sich bewegen, untereinander und mit dem Betrachter kommunizieren. Um gesellschaftliche Prozesse im weitesten Sinne gehe es ihm dabei, sagt Popp. Dafür habe sich Merkel interessiert. Auch der Maler Matthias Weischer bestätigt, dass die Politikerin diesen Besuch „nicht pflichtgemäß abgearbeitet“ habe, sondern sehr offen gewesen sei. Weischer arbeitet seit 2006 auf dem Gelände. „Es ist sehr entspannt hier. Wir helfen uns gegenseitig.“
Während bei den Kunstrundgängen lediglich Galerien und Gastronomie mit der Aufmerksamkeit Tausender überflutet werden, geht es beim Spinnereifest auch um die Stilleren. Sie alle haben geöffnet: das Computergeschäft, die Schmuckwerkstatt, der Hutformenbauer, das Klavierhaus oder die Zeltvermietung. Im November 2008 ist die Fineart Factory, die Digital- und Kunstdrucke anbietet, in die Spinnerei gezogen. „Die Entscheidung war richtig“, sagt Geschäftsführer Andreas Krieg. 300 Quadratmeter hat er in Halle 20 gemietet, wohnt und arbeitet dort. Die Zahl der Aufträge habe hier deutlich zugenommen, schon, weil man nah am Kunden, sprich Künstler sei. Bislang hat der 32-Jährige einen Mitarbeiter und eine Aushilfe, in näherer Zukunft denkt er über Neueinstellungen nach.
Die Bundeskanzlerin hat es zwar nicht zu ihm nach oben geschafft, dafür hat sie möglicherweise eines seine Produkte mitgenommen. „Die Broschüre zum aktuellen Projekt der Kreativen Spinner, die haben wir gedruckt.“